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Space Shuttle Mission
STS-114 LF-1


- OV-103 "Discovery" -

 

Space-Shuttle-Wappen der NASA

Transskript zum Audio-Vorbericht zum geplanten Start von STS-114 am 13. Juli 2005

 

Infos zur Anmoderation:
„Die US-Raumfahrtbehörde NASA nimmt ihren Flugbetrieb mit den Space-Shuttles wieder auf.
Morgen, am 13. Juli, soll es wieder soweit sein:
Geplant ist der Start für das Shuttle "Discovery" um 21 Uhr 51 Mitteleuropäischer Sommerzeit.
Es wird der 114te Flug eines Shuttles und der 31te Einsatz der "Discovery" sein.
Mehr Informationen dazu von Michael Kletzsch:“


Autor:

Erstmals seit 2 ½ Jahren wird wieder ein bemannter Raumflug vom Kennedy Space Center in Florida aus gestartet.
Eingestellt wurde der Flugbetrieb der Space-Shuttle-Flotte bis jetzt wegen der "Columbia"-Katastrophe.
Das war am 1. Februar 2003.
Die "tagesschau" berichtete damals:


O-Ton "tagesschau" vom 01.02.2003 mit Anne Will und Off-Sprecher:
1. O-Ton (Anne Will): „Guten Tag, meine Damen und Herren. Die Raumfähre "Columbia" ist offenbar kurz vor der geplanten Landung in Cape Canaveral in Florida zerbrochen und abgestürzt. An Bord waren sieben Astronauten, sechs Amerikaner und erstmals auch ein israelischer Staatsbürger...“
2. O-Ton (Off-Sprecher): „Es war gegen 15 Uhr, als der Kontakt zur "Columbia" abbrach. Sie befand sich zu dem Zeitpunkt etwa 60 tausend Meter über Texas.“


Autor:
Wie sich schnell aus der Analyse der Telemetrie-Daten der "Columbia" herausstellte, hatte der Hitzeschild versagt. Ursache waren während der frühen Startphase losgerüttelte Isolierschaum-Stücke des Außentanks. Diese Stücke rissen große Löcher in die linke Tragflächenvorderkante. Dadurch konnte dort beim Wiedereintritt in die Atmosphäre heißes Plasma in die linke Tragfläche eindringen und deren innere Struktur zerstören. Als Folge geriet die "Columbia" außer Kontrolle und zerbarst. Eine daraufhin einberufene Kommission untersuchte den Unfall. Deren Abschlußbericht forderte umfangreiche Maßnahmen, um die Betriebssicherheit der Space-Shuttle-Flotte sicherzustellen. Dafür investierte die NASA bis jetzt insgesamt 1,5 Milliarden Dollar. Trotzdem bestehen weiterhin Mängel an den Raumfähren. NASA-Administrator Michael Griffin ist aber überzeugt, dass das Flug-Risiko jetzt auf ein akzeptables Maß reduziert wurde.
Flugziel der "Discovery" und ihrer 7-köpfigen Crew wird die Internationale Weltraum-Station ISS sein. Dort wird sie am Freitag andocken. An Bord des Shuttles wird ein Logistik-Modul sein, das dringend benötigte Ausrüstungs- und Ersatzteile für die ISS enthält. Deshalb trägt die Mission auch die offizielle Bezeichnung "STS-114 LF-1". Dazu Eileen Collins, Kommandantin der der Mission:


O-Ton von Eileen Collins, Kommandantin von STS-114 (englisch, deutsch übersetzt):
3. O-Ton: "Nun, LF steht für Logistik-Flug. STS-114 ist in erster Linie eine Versorgungs-, Service- und Reparatur-Mission für die Internationale Raumstation. Unser Flug hat aber noch eine Aufgabe, die genauso wichtig ist, und das ist Testen. Sie können das ganze einen Test- und Logistik-Flug nennen. Die von uns durchzuführenden Tests beruhen auf den Anforderungen, die nach dem Unfall der "Columbia" aufgestellt wurden. Diese Tests umfassen die Inspektion des Shuttle und des Außentanks sowie Reparatur-Methodiken. So haben wir zwei Hauptaufgaben mit dieser Mission zu erfüllen."


Autor:
Das Rendezvous mit der Internationalen Raumstation stellt mehr oder weniger Routine für die Astronauten dar. Kritisch für den Erfolg der Mission werden allerdings die Inspektionen des Hitzeschildes der "Discovery" im Orbit sein. Dabei sind die Tragflächenvorderkanten und die Rumpfunterseite des Shuttles von besonderem Interesse. Diese unzugänglichen Stellen werden mittels Lasern und Kameras auf eventuelle Beschädigungen untersucht. Installiert sind diese Geräte auf einem modifizierten Greifarm. Der ist in der Ladebucht des Shuttles montiert und wird von den Astronauten bedient. Während der Zeit, in der das Shuttle an die ISS angedockt ist, sollen im All auch drei Weltraumspaziergänge durchgeführt werden.
Die NASA wird alles daran setzten, die morgen beginnende Mission zu einem absoluten Erfolg zu führen. Sie ist sozusagen zum Erfolg verpflichtet. Schließlich steht die Kompetenz der NASA dabei auf dem Spiel.


Infos zur Abmoderation:
„Sollte der Flug der "Discovery" nach Plan verlaufen, steht auch einem Einsatz des deutschen Thomas Reiter nichts mehr im Wege. Er soll mit der Mission "STS-121" im Shuttle "Atlantis" für die europäische Weltraumorganisation ESA zur ISS fliegen. Er wird der erste Europäer sein, der eine Langzeitmission von 6 Monaten in der Internationalen Raumstation durchführen wird.“

 



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