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Print-Porträt des Luftfahrtmuseums Laatzen

 

Das Luftfahrtmuseum Laatzen-Hannover zeigt Luftfahrtgeschichte aus mehr als zwei Jahrhunderten
Luftfahrthistorisches statt „nur“ Technik

Früher waren sie Gegner, heute stehen sie in der Ausstellungshalle 1 einträchtig nebeneinander: Nachbauten in Originalgröße von mehreren legendären Jagdflugzeugen aus dem ersten Weltkrieg. Links steht ein Fokker-Dreidecker in der roten Bemalung der Maschine Manfred von Richthofens, der deshalb auch „Roter Baron“ genannt wurde. Unmittelbar daneben ist der einstige Widersacher ausgestellt, ein britischer Doppeldecker Sopwith „Camel“.

Vor fast neunzig Jahren hätten sich beide über den Himmel gejagt und sich gegenseitig bekämpft. Wie in der zweiten Halle die Messerschmitt Me 109 und die Focke Wulf 190 mit der britische Supermarine „Spitfire“. Alle drei sind originale Jagdmaschinen aus dem Zweiten Weltkrieg, die Me 109 und Focke Wulf 190 sind die einzigen in einem privaten Museum in Mitteleuropa. Restauriert und wie frisch aus der Fabrik stehen die Maschinen heute in den beiden Ausstellungshallen nebeneinander, als stumme Zeugen einer lang vergangenen und oft kriegerischen Zeit.

Eine derartige Gegenüberstellung von früheren „Feindmaschinen“ ist charakteristisch für das Luftfahrtmuseum in Laatzen bei Hannover.

Scheinbar wie zufällig sind zwischen den Flugzeugen Dinge des täglichen Bedarfs hineingestellt, jeweils aus der Zeit der umstehenden Flugzeug-Exponate. Darunter sind einige restaurierte Oldtimer-Autos, alte Wasch- und Nähmaschinen, Radios, Grammophone, Bügeleisen und vieles mehr. Das ist auch so beabsichtigt. Dadurch hat der Betrachter die Möglichkeit, sich von den damaligen Lebensbedingungen ein ungefähres Bild zu machen. Auch die Vitrinen mit alten Waffenröcken, Fliegerkombinationen und Luftwaffen-Uniformen aus mehreren Ländern aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und danach bilden einen Kontrast zur ausgestellten Technik.

Die ältesten Original-Exponate des Museums stammen aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Es ist die Zeit, in der die Motorfliegerei mit den Gebrüdern Wright begann. Die Zeitspanne von ca. 1903 bis 1783, dem Jahr der ersten erfolgreichen Fahrt eines Heißluftballons, wird durch Modelle und Schautafeln dargestellt. In den beiden hohen und lichtdurchfluteten, ehemaligen Speditionshallen des heutigen Luftfahrtmuseums ist die Sachkenntnis und die Liebe zum Detail erkennbar, mit der die Exponate vom Sammlungsgründer ausgesucht und ausgestellt wurden.
Das Ergebnis aus über 40 Jahren beharrlicher und gezielter Sammelleidenschaft durch Günther Leonhardt, einem ehemaligen hannoverscher Speditionsunternehmer, ist im Luftfahrtmuseum zu betrachten.

Stellen viele Luftfahrtmuseen die Technik in den Vordergrund, legt das Laatzener Luftfahrtmuseum den Schwerpunkt auf deren historische Einbindung.
Es ist – genauer gesagt – ein luftfahrt-historisches und kein "nur" luftfahrt-technisches Museum.

 




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